BSI-Audit in 30 Minuten — Schritt-für-Schritt

7. Mai 2026 · Sat-iTec Systemhaus GmbH · 8 Min. Lesezeit

Wenn der nächste Versicherer-Fragebogen, ISO-27001-Pre-Audit oder die jährliche BSI-Bestandsaufnahme ansteht, beginnen die meisten KMU-Admins mit einem leeren Excel-Sheet und ein paar PowerShell-Skripten. Das funktioniert — dauert aber 1–2 Tage. Hier ist der schnellere Weg: ein Audit nach BSI-Grundschutz in unter 30 Minuten, von der ersten Scan-Eingabe bis zum fertigen PDF-Bericht.

Was Sie in 30 Minuten erreichen — und was nicht

Diese Anleitung deckt die technische Inventur ab: vollständiges Inventar von Hosts, Software, Active-Directory-Objekten, Server-Rollen, SMB- und NFS-Shares — und einen automatischen BSI-Grundschutz-Heuristik-Bericht. Was sie nicht ersetzt: organisatorische BSI-Bausteine wie ISMS-Aufbau, Notfallvorsorge, Mitarbeiter-Schulungen oder eine vollständige Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-2. Dafür liefert sie aber die belastbare Datengrundlage, die jeder Auditor zuerst sehen will.

Was Sie vorher brauchen

Die 5 Schritte

1 Audit-Workstation vorbereiten (5 Min.)

Wenn Sie ITscanner zum ersten Mal nutzen, laden Sie das Windows-Setup oder Linux-Paket herunter. Die Installation richtet automatisch einen lokalen Dienst auf Port 8585 ein, der die Web-Oberfläche bereitstellt.

Auf der Workstation, die das Audit fährt, aktivieren Sie das Windows-Feature „Services for NFS" — sonst werden NFS-Shares zwar als Port erkannt, die Mount-Liste aber nicht ausgelesen:

Enable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName NFS-Administration -All -NoRestart
Enable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName ServicesForNFS-ServerAndClient -All

2 Verbindungen konfigurieren (5 Min.)

Im Tab „Einstellungen → Verbindungen" hinterlegen Sie:

Drücken Sie pro Verbindung den Test-Knopf. Wenn alle drei grün sind, weiter zu Schritt 3.

3 Scan-Job starten (10 Min.)

Im Tab „Scan-Ziele" klicken Sie auf „Neuer Scan-Job", wählen Scan-Typ „Vollständig", geben die Subnetze an und starten den Scan. Während er läuft, sehen Sie im Log-Tab live, welche Hosts gerade abgegriffen werden.

Typische Laufzeit für 50–200 Hosts: 8–15 Minuten. Bei großen Netzen oder langsamen WMI-Abfragen kann es länger dauern; ITscanner schreibt nach jedem Host inkrementell in die Datenbank, sodass auch ein abgebrochener Scan verwertbare Daten enthält.

Tipp: Wenn der Scan länger als erwartet hängt, prüfen Sie im Tab „Hosts" welcher Host gerade in Bearbeitung ist. Hängt es immer beim selben Host, ist das oft ein WMI-blockierter Server (Firewall RPC-Ports 135 + 49152-65535) oder ein End-of-Life-OS, das WMI nicht mehr korrekt unterstützt.

4 Ergebnisse durchgehen (5 Min.)

Nach Abschluss des Scans öffnen Sie der Reihe nach diese Tabs:

5 BSI-Bericht generieren (5 Min.)

Im Tab „Berichte" klicken Sie auf „BSI-Grundschutz-Bericht generieren". Der Bericht enthält:

Format: PDF oder DOCX. Der DOCX-Export ist hilfreich, wenn Sie Befunde redaktionell anpassen oder mit Maßnahmenplan ergänzen wollen.

Nach dem Scan: Was tun mit den Befunden?

Drucken Sie unsere kostenlose BSI-Grundschutz-Checkliste (PDF) aus und gehen Sie sie Punkt für Punkt mit den Scan-Ergebnissen durch. Etwa 25 von 60 Punkten lassen sich direkt aus den ITscanner-Daten beantworten. Die übrigen 35 (Organisation, Notfallvorsorge, Mitarbeiter-Schulung) erfordern Gespräche mit dem Management und Schulungs-Nachweise.

Wie oft sollten Sie das Audit wiederholen?

Was ITscanner im Audit nicht liefert

Wir wollen ehrlich sein: ITscanner ist ein Inventur- und Audit-Tool, kein Vulnerability-Scanner. Die folgenden Punkte deckt es bewusst nicht ab:

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